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Atelier R. Schwarz - Kunstmaler Ricardo Schwarz

Malerei, Ausstellungen und Kurse

Mail: atelierrschwarz@gmx.de / Mobil: 015787140199 Atelier: Leisniger Str. 24, 01127 Dresden

Atelier-Öffnungszeiten: Montag und Donnerstag 12 bis 17 Uhr

Schein(Heiligkeit)                                                                                                             Wenn der Schein wichtiger als die reale Arbeit ist..

Die deutschen Behörden mögen Scheine. Oder anders; die sächsischen Ämter scheinen absolut versessen darauf. Sie lieben Parkscheine, Schuldscheine, Geldscheine, Nachweisscheine, Zertifikate, Abholscheine – und erstellen sich offenbar ganz gern mal selbst Darfscheine. Zumindest wirkt es manchmal von unten Betrachtet sehr danach. Gern wird dies auch als Grunde genommen sich die ein oder andere radikale Unverschämtheit heraus zu nehmen, wenn es an die Bezahlung von Dienstleistern geht. So etwas darf ich gerade erleben...

Schon seit 2011 arbeite ich mit mehreren Kindergärten, und pädagogischen Einrichtungen zusammen. Komme dort wöchentlich auf Honorarbasis hin und arbeite künstlerisch im Rahmen von Frühförderung und Kreativworkshops mit den Kindern. Und dies, motiviert und in hoher Qualität. Zumindest bis Ende 2018. Da nämlich hieß es von den Einrichtungen; die Eigenbetriebe Kindergärten der Stadt Dresden ändern ihre Honorarverordung und erteilen eine neue Dienstanweisung zur Erstellung der Verträge. „Schön...“, dachte ich. Allerdings wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass die Projekte in den Kindergärten bis September 2019 auf Eis liegen würden. So lange nämlich dauerte es, bis man mir von Seiten der Einrichtungen neue Verträge anbieten konnte.

8 Monate in denen eine Dienstanweisung letztlich, wie ich finde; auf dem Rücken der Kinder, in völliger Starrsinnigkeit ausgetragen wurde. Wie dies eben so ist, wenn sich Leute in Amtsstuben zusammen setzen und neue Regeln erfinden. Sicherlich mit guten Gedanken und aus wichtigen Gründen. Aber den Kindern Projekte vorzuenthalten, in welchen sie neue Fähigkeiten entwickeln können, bereits erlerntes verfeinern und vor Allem, Spaß an kreativen Gestalten sogar mit Input eines Künstlers entwickeln können, DAS finde ich traurig. Unter meinen „Künstlerzwergen“ waren zum Teil auch Kinder mit autistischen Zügen, welche über das Medium Kunst, einen neuen Zugang zu sich selbst und Ihrer Umgebung finden konnten. Diese Kinder, für die eine Gewisse Regelmäßigkeit wichtig ist, damit sie Vertrauen entwickeln können, leiden doch am Ende noch viel mehr darunter, wenn so ein Angebot plötzlich einfach nicht mehr stattfindet.

Und nun kommen wir zur eigentlichen Unverschämtheit. Nach all den Jahren, und fast 10 Jahren erfolgreicher Selbstständigkeit als Künstler, dürfen die Einrichtungen mir nur noch 10 € Netto/ Std. zahlen. Warum, weil ich ja in dem Künstlerischen Bereich keine explizite Ausbildung oder noch lieber ein Studium vorzuweisen habe. Nach den Jahren sollte allen Beteiligten ja vielleicht klar sein, das ich mir die nötige Qualifikation erarbeitet habe. Zumal alle von Quereinsteigern reden. Was noch frecher daran ist, nach Abzug der Umsatzsteuer, die ich als Selbstständiger an der Stelle nun einmal abführen muss, bin ich plötzlich bei 8 €/ Std., also unter einem Mindestlohn den doch nun jeder Angestellte bekommen sollte. Natürlich ist das ganze schlau durchdacht, so gibt es ja für Honorarverträge keinen gesetzlichen Mindestlohn. Ich finde ja, das hier schon der ganz normale Anstand greifen sollte. Jedoch, wäre dies auch wirklich albern, immerhin  kann man mit Honorarkräften, noch besser mit Künstlern, so etwas ja machen.

Wie so oft, heißt ein Studium, vor allem ein Kunststudium nämlich NICHT automatisch das jemand menschlich, pädagogisch, methodisch oder didaktisch in der Lage ist mit Kindern, vor allem mit Kindern in diesem Alter sinnvoll zu arbeiten, geschweige denn überhaupt zu arbeiten.

Hier greift wieder die typisch deutsche Versessenheit nach Papiermüll – mehr ist so ein Zettel doch letztlich auch nicht. Ein Stück Papier welches einem eine überragende Intelligenz, eine tolle Ausbildung, künstlerisches Fachwissen und vor allem das „Der/Die** kann was!“ aussagt.

An dieser Stelle greift zum Glück immer noch mein gutes Herz – so das ich zumindest meinen Kindergarten in Pieschen, mit dem damals alles begann, weiterführen werde, auch wenn ich denke; mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Ab einem gewissen Punkt stellt sich ja, vor allem als Selbstständiger, hier auch die Motivationsfrage.

Möglicherweise landet dies hier, ja bei den richtigen Leuten. Oder zumindest bei Welchen die mal darüber nachdenken an wie vielen stellen es in unserem schönen Sachsen noch so hapert. Man stelle sich mal vor, solch eine ungerechte Bezahlung gäbe es in anderen Bereichen auch, wir hätten plötzlich lauter unzufriedene und frustrierte Bürger/innen**..